Am letzten Tag des EFG Swiss Open Gstaad treffen sich ein Top-Star und ein Überraschungsmann: Stefanos Tsitsipas findet im Berner Oberland zu alter Stärke zurück – Raphael Collignon feiert seinen ersten ATP-Final.
Es sind zwei schöne Geschichten, die das EFG Swiss Open Gstaad im Jahr 2026 schreibt. Mit Raphael Collignon (ATP 42) hat sich ein Gstaad-Debutant und Aussenseiter bis in den Final durchgesetzt. Der 24-jährige Belgier bezwang vor restlos vollen Tribünen den Vorjahresfinalisten Juan Manuel Cerundolo (ATP 45) in knapp zweieinhalb Stunden mit 1:6, 7:6, 7:5 – zuvor war ihm ein Sieg über den Argentinier noch nie gelungen. Damit steht er in seinem ersten Final auf ATP-Stufe. «Ich werde definitiv im nächsten Jahr wieder nach Gstaad kommen», sagte ein glücklicher Collignon danach – noch wichtiger schien ihm aber etwas anderes zu sein: «Ich werde nun meinen Coach im Top-Ranking seiner Karriere überholen – das war mein Ziel dieser Woche!» Die beste Klassierung seines Trainers, des früheren belgischen Spielers Steve Darcis, war Rang 38. Collignon rangiert ab Montag mindestens auf Platz 37, gewinnt er das Turnier gar auf Platz 35.
Für den Titel steht ihm allerdings eine grosse Hürde im Weg: niemand geringerer als Stefanos Tsitsipas. Der eindrückliche Grieche – ehemalige Weltnummer 3, sechsfacher Grand-Slam-Halbfinalist sowie Finalist in Roland Garros 2021 und beim Australian Open 2023 – brauchte ebenfalls drei Sätze, um den zähen Kasachen Aleksandr Shevchenko (ATP 100) in die Knie zu zwingen. Beim 6:4, 3:6, 6:3 begeisterte Tsitsipas, der schwierige Monate hinter sich hat und seit letztem Jahr in der Weltrangliste auf Rang 85 gefallen ist, das Publikum. Denn bei seiner zweiten Teilnahme im Saanenland zeigte er wieder seine alte Klasse – inklusive der eleganten einhändigen Rückhand, für die er weltweit bewundert wird. Der letzte Turniersieg gelang dem charismatischen Athener im Februar 2025 in Dubai. Läutet das EFG Swiss Open Gstaad die Kehrtwende und seine Rückkehr zur Spitze ein?


