Geissenfabio auf der Alp

Vorsichtig nähert sich Fabio Fognini den Kühen, die auf den Wiesen der Eggli Alp weiden. Der Italiener scheint gehörig Respekt vor den Tieren zu haben. Bauer Ruedi Wehren braucht mehrere Anläufe, um den Tennisspieler zum Melken der Kühe mit der Maschine zu überreden. „Das hat Roger Federer bei seinem damaligen Besuch auch geschafft, also packst du das auch“, ruft er Fognini lachend auf Englisch zu. Am Ende kommt Fabio Fognini doch noch auf den Geschmack und lässt sich sogar von seiner Schwester Fulvia Fognini überreden, eine Kuh von Hand zu melken. Die Szenerie sorgt bei der ganzen Familie für viele Lacher – unter fachkundiger Anleitung von Bauer Wehren klappt es schliesslich doch noch mit einem halben Glas lauwarmer Milch frisch aus dem Euter.

Für Fognini ist die Schweiz mit dem J. Safra Sarasin Swiss Open Gstaad quasi eine zweite Heimat. Bereits als Kind verbrachte er die Skiferien in Crans-Montana. Noch heute hat die Familie Fognini, die an der italienischen Küste nahe der französischen Grenze lebt, ein Ferienhaus im Walliser Dorf. Dass Fabio Fognini heute Tennis spielt, ist gemäss Vater Fulvio Fognini eher Zufall: „Fabio hat in seiner Kindheit alle möglichen Sportarten betrieben. Leider hat er sich dann nicht für Fussball entschieden“, erzählt er lachend. In der Familie Fognini sind alle seit Generationen glühende Anhänger von Inter Mailand.

In Gstaad tritt Fabio Fognini als Titelverteidiger an. Für die Mission zeigte er sich letzte Woche bereit: Er hat das Sandturnier im schwedischen Bastard gewonnen. „Ich fühle mich derzeit sehr fit und liebe es, auf Sand zu spielen.“ Auf dem Court wird der Italiener dann sicher nicht mehr so zurückhaltend wie auf der Egli Alp agieren.

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